Der Befehl wget lädt Dateien aus dem Internet direkt auf die Kommandozeile herunter. Er unterstützt HTTP, HTTPS und FTP und eignet sich besonders für automatisierte Downloads, das Fortsetzen abgebrochener Übertragungen und das Herunterladen ganzer Websites.

Syntax

wget [OPTIONEN] URL
  • OPTIONEN - Steuern das Verhalten beim Download (Zielverzeichnis, Dateiname, Bandbreite usw.)
  • URL - Die Adresse der Datei, die heruntergeladen werden soll

Installation

Auf den meisten Distributionen ist wget bereits vorinstalliert. Prüfe das mit:

wget --version

Falls wget nicht verfügbar ist, installiere es mit dem Paketmanager deiner Distribution:

# Ubuntu, Debian
sudo apt install wget

# CentOS, Fedora
sudo dnf install wget

Eine Datei herunterladen

Ohne weitere Optionen lädt wget die angegebene Datei in das aktuelle Verzeichnis:

wget https://example.com/dokument.pdf

Während des Downloads zeigt wget einen Fortschrittsbalken mit Dateigröße, Geschwindigkeit und geschätzter Restzeit an. Falls eine Datei mit demselben Namen bereits existiert, fügt wget eine Nummer an den neuen Dateinamen an (z.B. dokument.pdf.1).

Datei unter anderem Namen speichern

Mit der Option -O gibst du einen eigenen Dateinamen an:

wget -O backup.tar.gz https://example.com/archiv-2025-01.tar.gz

Der Download wird als backup.tar.gz gespeichert, unabhängig vom ursprünglichen Dateinamen.

In ein bestimmtes Verzeichnis speichern

Mit -P legst du das Zielverzeichnis fest:

wget -P /home/benutzer/downloads https://example.com/setup.bin

Die Datei landet in /home/benutzer/downloads/setup.bin.

Abgebrochenen Download fortsetzen

Die Option -c setzt einen unterbrochenen Download fort:

wget -c https://releases.ubuntu.com/24.04/ubuntu-24.04-desktop-amd64.iso

Das ist besonders nützlich bei großen Dateien. Falls die teilweise heruntergeladene Datei bereits existiert, lädt wget nur den fehlenden Teil nach.

Hinweis: Nicht alle Server unterstützen das Fortsetzen von Downloads. In diesem Fall beginnt wget von vorne.

Downloadgeschwindigkeit begrenzen

Mit --limit-rate beschränkst du die Bandbreite:

wget --limit-rate=500k https://example.com/grosses-archiv.zip

Mögliche Einheiten: k für Kilobytes, m für Megabytes pro Sekunde. So bleibt genug Bandbreite für andere Anwendungen.

Im Hintergrund herunterladen

Mit -b läuft der Download im Hintergrund:

wget -b https://download.fedoraproject.org/pub/fedora/linux/releases/40/Workstation/x86_64/iso/Fedora-Workstation-Live-x86_64-40-1.14.iso

Die Ausgabe wird in die Datei wget-log im aktuellen Verzeichnis geschrieben. Den Fortschritt beobachtest du mit:

tail -f wget-log

Mehrere Dateien aus einer Liste herunterladen

Erstelle eine Textdatei mit einer URL pro Zeile und übergib sie mit -i:

wget -i download-liste.txt

Inhalt von download-liste.txt:

https://example.com/datei1.pdf
https://example.com/datei2.pdf
https://example.com/datei3.pdf

Download von passwortgeschütztem FTP

Für FTP-Server mit Authentifizierung:

wget --ftp-user=benutzername --ftp-password=geheim ftp://ftp.example.com/backup.tar.gz

Hinweis: Das Passwort erscheint in der Prozessliste und der Shell-Historie. Für sensible Zugangsdaten nutze besser eine .netrc-Datei.

Website spiegeln

Die Option -m (Mirror) lädt eine komplette Website herunter:

wget -m https://example.com

Für lokales Browsen der gespiegelten Seite kombiniere mit -k und -p:

wget -m -k -p https://example.com
  • -k konvertiert Links für lokale Anzeige
  • -p lädt alle benötigten Ressourcen (CSS, JavaScript, Bilder)

Ausgabe unterdrücken

Mit -q (Quiet) erfolgt keine Ausgabe:

wget -q https://example.com/daten.json

Das ist nützlich in Skripten, wenn nur das Ergebnis zählt.

Direkt in eine Pipe ausgeben

Mit -O - schreibt wget den Inhalt auf die Standardausgabe statt in eine Datei:

wget -q -O - https://example.com/archiv.tar.gz | tar -xzf - -C /opt

Dieser Befehl lädt ein Archiv herunter und entpackt es direkt nach /opt, ohne eine temporäre Datei anzulegen.

User-Agent ändern

Manche Server blockieren Downloads von wget. Mit --user-agent gibst du einen anderen Browser an:

wget --user-agent="Mozilla/5.0 (X11; Linux x86_64; rv:120.0) Gecko/20100101 Firefox/120.0" https://example.com/datei.zip

SSL-Zertifikatsprüfung überspringen

Für Server mit ungültigen oder selbstsignierten Zertifikaten:

wget --no-check-certificate https://internes-system.local/config.tar

Vorsicht: Diese Option deaktiviert die Verschlüsselungsprüfung. Verwende sie nur bei vertrauenswürdigen Quellen.

Wichtige Optionen im Überblick

OptionBeschreibung
-O dateiSpeichert unter angegebenem Namen
-P verzeichnisSpeichert im angegebenen Verzeichnis
-cSetzt abgebrochenen Download fort
-bLädt im Hintergrund
-qUnterdrückt Ausgabe
-i dateiLiest URLs aus Datei
--limit-rate=rateBegrenzt Downloadgeschwindigkeit
-mSpiegelt Website
--user-agent=stringSetzt User-Agent-Header

Zusammenfassung

Der Befehl wget ist ein vielseitiges Werkzeug für Downloads auf der Kommandozeile. Er eignet sich für einzelne Dateien ebenso wie für automatisierte Batch-Downloads oder das Spiegeln ganzer Websites. In Kombination mit Pipes lässt sich wget nahtlos in Shell-Skripte integrieren.

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