Die Systemversion zu kennen ist wichtig, wenn du Software installierst, Treiber einrichtest oder Hilfe in Foren suchst. Es gibt mehrere Wege, diese Information über die Kommandozeile abzufragen.

Distribution vs. Kernel

Wenn von der Systemversion die Rede ist, kann das zwei Dinge meinen:

  • Distribution – Das komplette Betriebssystem (Ubuntu, Debian, Fedora, etc.)
  • Kernel – Der Systemkern, der zwischen Hardware und Software vermittelt

Beide Informationen lassen sich mit unterschiedlichen Befehlen abfragen.

Die Datei /etc/os-release

Der zuverlässigste Weg auf modernen Systemen. Diese Datei existiert auf allen Distributionen mit systemd:

cat /etc/os-release

Ausgabe auf einem Debian-System:

PRETTY_NAME="Debian GNU/Linux 9 (Stretch)"
NAME="Debian GNU/Linux"
VERSION_ID="9"
VERSION="9 (Stretch)"
ID=debian
HOME_URL="https://www.debian.org/"
SUPPORT_URL="https://www.debian.org/support"
BUG_REPORT_URL="https://bugs.debian.org/"

Wenn du nur den Namen brauchst:

grep PRETTY_NAME /etc/os-release

Der Befehl lsb_release

Zeigt Distributionsinformationen im standardisierten LSB-Format an:

lsb_release -a

Ausgabe:

Distributor ID: Debian
Description:    Debian GNU/Linux 9.5 (Stretch)
Release:        9.5
Codename:       Stretch

Nur die Beschreibung anzeigen:

lsb_release -d

Falls der Befehl nicht gefunden wird, ist das Paket lsb-release nicht installiert.

Der Befehl hostnamectl

Gehört zu systemd und liefert neben dem Hostnamen auch Systeminformationen:

hostnamectl

Ausgabe:

   Static hostname: debian9.localdomain
         Icon name: computer-vm
           Chassis: vm
        Machine ID: a92099e30f704d559adb18ebc12ddac4
           Boot ID: 7607cbe605d44f638d6542d4c7b3878e
    Virtualization: qemu
  Operating System: Debian GNU/Linux 9 (Stretch)
            Kernel: Linux 4.9.0-8-amd64
      Architecture: x86-64

Dieser Befehl zeigt Distribution und Kernel-Version auf einen Blick.

Die Datei /etc/issue

Enthält den Text, der vor der Anmeldung angezeigt wird:

cat /etc/issue

Ausgabe:

Debian GNU/Linux 9 \n \l

Die Zeichen \n und \l sind Platzhalter für Hostname und Terminal. Die Distribution ist trotzdem erkennbar.

Der Befehl uname

Zeigt Informationen zum Kernel:

uname -srm

Ausgabe:

Linux 4.9.0-8-amd64 x86_64

Die einzelnen Teile bedeuten:

  • Linux – Kernel-Name
  • 4.9.0-8-amd64 – Kernel-Version
  • x86_64 – 64-Bit-Architektur

Für alle verfügbaren Informationen:

uname -a

Alte Systeme

Auf älteren Distributionen ohne systemd existieren oft distributionsspezifische Dateien:

cat /etc/*release
cat /etc/*version

Zusammenfassung

MethodeZeigtVerfügbarkeit
/etc/os-releaseDistributionModerne Systeme
lsb_release -aDistributionMit lsb-release-Paket
hostnamectlDistribution + KernelSysteme mit systemd
/etc/issueDistributionFast alle Systeme
uname -aKernelAlle Systeme

Für schnelle Ergebnisse auf modernen Systemen ist cat /etc/os-release die beste Wahl. Auf älteren Systemen führt cat /etc/*release oft zum Ziel.