Anders als bei Windows werden Speichergeräte nicht automatisch als Laufwerksbuchstaben eingebunden. Stattdessen hängst du Dateisysteme mit dem Befehl mount an einen beliebigen Punkt im Verzeichnisbaum ein. Mit umount löst du die Verbindung wieder.

Syntax

mount [OPTIONEN] GERÄT EINHÄNGEPUNKT
umount [OPTIONEN] EINHÄNGEPUNKT|GERÄT
  • GERÄT - Der Gerätename (z.B. /dev/sdb1) oder eine Netzwerkadresse.
  • EINHÄNGEPUNKT - Das Verzeichnis, in dem der Inhalt des Dateisystems erscheinen soll.

Eingehängte Dateisysteme anzeigen

Ohne Argumente listet mount alle aktuell eingehängten Dateisysteme auf:

mount

Die Ausgabe zeigt für jedes Dateisystem den Gerätenamen, den Einhängepunkt, den Dateisystemtyp und die aktiven Optionen.

Um nur bestimmte Dateisystemtypen anzuzeigen, verwende die Option -t:

mount -t ext4

Ein Dateisystem einhängen

Zum Einhängen benötigst du einen vorhandenen Einhängepunkt und in der Regel Root-Rechte:

sudo mount /dev/sdb1 /mnt/daten

Nach dem Einhängen erscheint der Inhalt von /dev/sdb1 im Verzeichnis /mnt/daten. Der ursprüngliche Inhalt des Verzeichnisses wird dabei verdeckt, bis du das Dateisystem wieder aushängst.

Dateisystemtyp angeben

Bei gängigen Dateisystemen wie ext4, xfs oder btrfs erkennt mount den Typ automatisch. Falls nicht, gib ihn mit -t an:

sudo mount -t ntfs /dev/sdc1 /mnt/windows

Optionen setzen

Mit -o übergibst du zusätzliche Einhängeoptionen:

sudo mount -o ro,noexec /dev/sdb1 /mnt/daten

Wichtige Optionen:

OptionBedeutung
roNur lesen (read-only)
rwLesen und schreiben
noexecKeine Programme ausführen
nosuidSUID-Bits ignorieren
noatimeZugriffszeiten nicht aktualisieren
userNormale Benutzer dürfen einhängen

USB-Laufwerk manuell einbinden

Die meisten Desktop-Distributionen hängen USB-Geräte automatisch ein. Falls nicht, gehst du so vor:

sudo mkdir -p /media/usb
sudo mount /dev/sdd1 /media/usb

Um herauszufinden, welchen Gerätenamen dein USB-Stick hat, verwende lsblk oder fdisk -l:

lsblk
NAME   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda      8:0    0 256.0G  0 disk
├─sda1   8:1    0   512M  0 part /boot
└─sda2   8:2    0 255.5G  0 part /
sdd      8:48   1  14.9G  0 disk
└─sdd1   8:49   1  14.9G  0 part

Hier ist /dev/sdd1 die erste Partition des USB-Sticks.

ISO-Dateien einbinden

ISO-Dateien lassen sich direkt einbinden, ohne sie vorher auf einen Datenträger zu brennen. Dafür nutzt du das Loop-Device:

sudo mkdir /mnt/iso
sudo mount -o loop /pfad/zur/datei.iso /mnt/iso

Der Inhalt der ISO-Datei erscheint danach unter /mnt/iso.

NFS-Freigabe einbinden

Für Netzwerkfreigaben über NFS gibst du die Serveradresse und den exportierten Pfad an:

sudo mkdir /mnt/nfs
sudo mount -t nfs server:/export/freigabe /mnt/nfs

Für dauerhafte NFS-Mounts füge einen Eintrag in /etc/fstab hinzu.

Automatisches Einhängen mit /etc/fstab

Die Datei /etc/fstab definiert, welche Dateisysteme beim Systemstart automatisch eingehängt werden. Jede Zeile folgt diesem Format:

GERÄT  EINHÄNGEPUNKT  TYP  OPTIONEN  DUMP  PASS

Beispiel:

/dev/sdb1  /mnt/daten  ext4  defaults  0  2
FeldBedeutung
GERÄTGerätename oder UUID
EINHÄNGEPUNKTZielverzeichnis
TYPDateisystemtyp
OPTIONENMount-Optionen, durch Kommas getrennt
DUMPBackup-Flag (meist 0)
PASSfsck-Reihenfolge (0 = nicht prüfen, 1 = Root, 2 = andere)

Nach dem Anlegen eines fstab-Eintrags kannst du das Dateisystem mit nur einem Argument einhängen:

sudo mount /mnt/daten

Der Befehl mount liest dann die fehlenden Informationen aus /etc/fstab.

Ein Dateisystem aushängen

Mit umount löst du die Verbindung zwischen Gerät und Einhängepunkt:

sudo umount /mnt/daten

Du kannst alternativ auch den Gerätenamen angeben:

sudo umount /dev/sdb1

Hinweis: Der Befehl heißt umount (ohne n), nicht unmount.

Dateisystem ist belegt

Wenn ein Prozess auf Dateien des Dateisystems zugreift, verweigert umount das Aushängen:

umount: /mnt/daten: target is busy.

Mit fuser findest du heraus, welche Prozesse das Dateisystem blockieren:

fuser -mv /mnt/daten
                     USER        PID ACCESS COMMAND
/mnt/daten:          root     kernel mount /mnt/daten
                     alice      1234 ..c.. bash

Beende die betreffenden Prozesse oder wechsle in ein anderes Verzeichnis, falls du selbst darin arbeitest.

Lazy Unmount

Mit -l (lazy) löst du das Dateisystem sofort aus dem Verzeichnisbaum, auch wenn es noch belegt ist. Laufende Zugriffe werden abgeschlossen, bevor das Gerät tatsächlich freigegeben wird:

sudo umount -l /mnt/daten

Aushängen erzwingen

Mit -f erzwingst du das Aushängen. Das ist hauptsächlich für nicht erreichbare NFS-Freigaben gedacht:

sudo umount -f /mnt/nfs

Vorsicht: Erzwungenes Aushängen kann zu Datenverlust führen, wenn noch Schreibvorgänge ausstehen.

Wichtige Optionen im Überblick

mount

OptionBeschreibung
-t TYPDateisystemtyp angeben
-o OPTIONENMount-Optionen setzen
-rNur lesen (entspricht -o ro)
-wLesen und schreiben (entspricht -o rw)
-aAlle Einträge aus /etc/fstab einhängen
--bindVerzeichnis an zweiter Stelle einbinden

umount

OptionBeschreibung
-lLazy unmount - sofort lösen, später freigeben
-fAushängen erzwingen
-aAlle Dateisysteme aushängen

Zusammenfassung

Mit mount hängst du Dateisysteme in den Verzeichnisbaum ein, mit umount löst du sie wieder. Die Datei /etc/fstab automatisiert das Einhängen beim Systemstart. Bei belegten Dateisystemen hilft fuser bei der Fehlersuche, und -l ermöglicht ein verzögertes Aushängen.