Der Befehl fdisk erstellt und verwaltet Partitionstabellen auf Festplatten und SSDs. Bevor du ein neues Laufwerk nutzen kannst, muss es mindestens eine Partition haben.
Vorsicht: fdisk kann Partitionstabellen unwiderruflich überschreiben und damit alle Daten auf einem Laufwerk zerstören. Prüfe immer mit lsblk oder fdisk -l, ob du das richtige Gerät ausgewählt hast, bevor du Änderungen schreibst.
Syntax
fdisk [OPTIONEN] GERÄT
Der Befehl erfordert Root-Rechte. Führe ihn mit sudo aus oder als Root-Benutzer.
Partitionen auflisten
Mit der Option -l listest du die Partitionstabelle eines Geräts auf:
sudo fdisk -l /dev/sda
Ohne Geräteangabe zeigt fdisk alle erkannten Laufwerke:
sudo fdisk -l
Die Ausgabe zeigt Informationen zu jedem Laufwerk und seinen Partitionen:
Festplatte /dev/nvme0n1: 232,91 GiB, 250059350016 Bytes, 488397168 Sektoren
Festplattenmodell: Samsung SSD 960 EVO 250GB
Einheiten: Sektoren von 1 * 512 = 512 Bytes
Sektorgröße (logisch/physisch): 512 Bytes / 512 Bytes
Disklabel-Typ: gpt
Gerät Start Ende Sektoren Größe Typ
/dev/nvme0n1p1 2048 1050623 1048576 512M EFI System
/dev/nvme0n1p2 1050624 34605055 33554432 16G Linux Swap
/dev/nvme0n1p3 34605056 488397134 453792079 216.4G Linux Dateisystem
SATA-Geräte folgen dem Schema /dev/sd[a-z], NVMe-Laufwerke dem Schema /dev/nvme[0-9]n[1-9].
Partitionstabelle erstellen
Starte fdisk mit dem Gerätenamen:
sudo fdisk /dev/sdb
Du gelangst in den interaktiven Modus:
Willkommen bei fdisk (util-linux 2.34).
Die Änderungen bleiben nur im Speicher, bis du dich entscheidest, sie zu schreiben.
Sei vorsichtig, bevor du den Befehl write benutzt.
Befehl (m für Hilfe):
Alle Änderungen bleiben im Speicher, bis du sie mit w auf die Festplatte schreibst. Mit q verlässt du fdisk ohne zu speichern.
Wichtige Befehle im interaktiven Modus
| Befehl | Funktion |
|---|---|
m | Hilfe anzeigen |
p | Partitionstabelle ausgeben |
g | Neue GPT-Partitionstabelle erstellen |
o | Neue MBR-Partitionstabelle erstellen |
n | Neue Partition anlegen |
d | Partition löschen |
t | Partitionstyp ändern |
l | Partitionstypen auflisten |
w | Änderungen schreiben und beenden |
q | Beenden ohne Speichern |
MBR oder GPT?
Bei einem neuen Laufwerk erstellst du zuerst eine Partitionstabelle. Die beiden wichtigsten Standards:
GPT (GUID Partition Table):
- Für UEFI-Systeme
- Unterstützt Festplatten über 2 TiB
- Bis zu 128 Partitionen möglich
MBR (Master Boot Record):
- Für Legacy-BIOS-Systeme
- Maximal 2 TiB pro Festplatte
- Maximal 4 primäre Partitionen (oder 3 primäre + 1 erweiterte mit logischen Partitionen)
Für neue Systeme ist GPT die bessere Wahl.
GPT-Partitionstabelle anlegen
Gib g ein, um eine neue GPT-Partitionstabelle zu erstellen:
Befehl (m für Hilfe): g
Eine neue GPT-Disklabel wurde erstellt (GUID: 4649EE36-3013-214E-961C-51A9187A7503).
Vorsicht: Dieser Schritt überschreibt eine eventuell vorhandene Partitionstabelle. Alle Verweise auf bestehende Partitionen gehen verloren.
Partition erstellen
Mit n legst du eine neue Partition an:
Befehl (m für Hilfe): n
Partitionsnummer (1-128, Standardwert 1):
Erster Sektor (2048-500118158, Standardwert 2048):
Letzter Sektor, +/-Sektoren oder +/-Größe{K,M,G,T,P} (2048-500118158): +100G
Erstellte eine neue Partition 1 vom Typ 'Dateisystem' und der Größe 100 GiB.
Für Partitionsnummer und ersten Sektor übernimmst du in der Regel die Standardwerte mit Enter. Beim letzten Sektor gibst du die Größe mit dem +-Präfix an:
+100G- 100 Gibibyte+512M- 512 Mebibyte+1T- 1 Tebibyte
Ohne Größenangabe nutzt die Partition den gesamten verbleibenden Speicherplatz.
Partitionstabelle prüfen
Mit p zeigst du die aktuelle Partitionstabelle an:
Befehl (m für Hilfe): p
Festplatte /dev/sdb: 298,9 GiB, 320072933376 Bytes, 625142448 Sektoren
Datenträgertyp: gpt
Gerät Start Ende Sektoren Größe Typ
/dev/sdb1 2048 209717247 209715200 100G Dateisystem
/dev/sdb2 209717248 625142414 415425167 198.1G Dateisystem
Änderungen speichern
Mit w schreibst du die Partitionstabelle auf die Festplatte:
Befehl (m für Hilfe): w
Die Partitionstabelle wurde geändert.
Aufruf von ioctl(), um die Partitionstabelle neu zu lesen.
Synchronisiere die Festplatten.
Der Kernel liest die neue Partitionstabelle automatisch ein. Ein Neustart ist nicht erforderlich.
Partitionen formatieren und einbinden
Nach dem Erstellen der Partitionen formatierst du sie mit einem Dateisystem. Für ext4:
sudo mkfs.ext4 /dev/sdb1
sudo mkfs.ext4 /dev/sdb2
Erstelle Einhängepunkte und binde die Partitionen ein:
sudo mkdir -p /mnt/daten /mnt/backup
sudo mount /dev/sdb1 /mnt/daten
sudo mount /dev/sdb2 /mnt/backup
Für dauerhaftes Einbinden beim Systemstart trägst du die Partitionen in /etc/fstab ein.
Zusammenfassung
fdisk ist das Standardwerkzeug zum Partitionieren von Festplatten auf der Kommandozeile. Du erstellst damit Partitionstabellen (GPT oder MBR) und legst Partitionen an. Änderungen werden erst mit dem Befehl w auf die Festplatte geschrieben - bis dahin kannst du mit q jederzeit abbrechen.
Weitere Informationen findest du in der Manpage:
man fdisk