Welcher Prozessor steckt in deinem System? Auf der Kommandozeile findest du das mit wenigen Befehlen heraus. Ob für die Fehlersuche, Systemoptimierung oder beim Kompilieren von Software – die CPU-Informationen sind oft entscheidend.
Die Datei /proc/cpuinfo
Die schnellste Methode ist das Auslesen der virtuellen Datei /proc/cpuinfo. Diese Datei existiert auf jedem System und benötigt keine zusätzlichen Programme:
less /proc/cpuinfo
Die Ausgabe zeigt für jeden logischen Prozessor einen eigenen Abschnitt. Bei einem Quad-Core mit Hyper-Threading siehst du acht Einträge (0-7):
processor : 0
vendor_id : GenuineIntel
cpu family : 6
model : 142
model name : Intel(R) Core(TM) i5-8250U CPU @ 1.60GHz
stepping : 10
cpu MHz : 700.120
cache size : 6144 KB
cpu cores : 4
flags : fpu vme de pse tsc msr ...
Die wichtigsten Felder:
processor– Nummer des logischen Prozessors (bei Mehrkern-CPUs mehrere Einträge)model name– Vollständiger Name des Prozessors mit Hersteller und Taktfrequenzcpu cores– Anzahl der physischen Kerneflags– Unterstützte CPU-Features (SSE, AVX, Virtualisierung, etc.)
Gezielt filtern mit grep
Die Ausgabe von /proc/cpuinfo ist lang. Mit grep filterst du gezielt einzelne Informationen:
grep -m 1 'model name' /proc/cpuinfo
Die Option -m 1 stoppt nach dem ersten Treffer, da der Prozessorname bei allen Kernen identisch ist.
Anzahl der logischen Prozessoren ermitteln:
grep -c 'processor' /proc/cpuinfo
Der Befehl lscpu
Das Programm lscpu fasst die CPU-Informationen übersichtlich zusammen. Es gehört zum Paket util-linux und ist auf allen gängigen Distributionen vorinstalliert:
lscpu
Ausgabe:
Architecture: x86_64
CPU op-mode(s): 32-bit, 64-bit
CPU(s): 8
Thread(s) per core: 2
Core(s) per socket: 4
Socket(s): 1
Vendor ID: GenuineIntel
Model name: Intel(R) Core(TM) i5-8250U CPU @ 1.60GHz
CPU MHz: 593.577
CPU max MHz: 3400.0000
CPU min MHz: 400.0000
Virtualization: VT-x
L1d cache: 32K
L1i cache: 32K
L2 cache: 256K
L3 cache: 6144K
Im Gegensatz zu /proc/cpuinfo zeigt lscpu eine kompakte Zusammenfassung statt einzelner Einträge pro Kern. Du siehst sofort die Gesamtzahl der CPUs, die Cache-Hierarchie und ob Virtualisierung unterstützt wird.
Nur die Anzahl der CPUs: nproc
Wenn du nur wissen willst, wie viele Prozessoren verfügbar sind, reicht der Befehl nproc:
nproc
Das ist besonders praktisch beim Kompilieren, um die Anzahl paralleler Build-Prozesse festzulegen:
make -j$(nproc)
Zusammenfassung
| Methode | Verwendung |
|---|---|
/proc/cpuinfo | Detaillierte Informationen zu jedem logischen Prozessor |
lscpu | Kompakte Übersicht aller CPU-Eigenschaften |
nproc | Anzahl der verfügbaren Prozessoren |
Alle drei Methoden funktionieren ohne Root-Rechte und sind auf jedem System verfügbar.