Bash-Aliase sind Abkürzungen für Befehle. Statt einen langen Befehl wie tar -xvfz einzutippen, definierst du einen kurzen Alias wie tgz und sparst dir Tipparbeit.
Syntax
Die allgemeine Syntax für einen Alias lautet:
alias NAME="BEFEHL"
NAME- Der Name deines Alias (die Abkürzung).BEFEHL- Der vollständige Befehl, der ausgeführt werden soll.
Der Befehl muss in Anführungszeichen stehen. Zwischen dem Gleichheitszeichen und den Anführungszeichen darf kein Leerzeichen sein.
Einen einfachen Alias erstellen
Ein häufig verwendeter Alias ist ll für ls -la. So erstellst du ihn:
alias ll="ls -la"
Nach der Eingabe kannst du ll verwenden und erhältst die gleiche Ausgabe wie bei ls -la.
Dieser Alias existiert nur für die aktuelle Shell-Sitzung. Sobald du das Terminal schließt, ist er verschwunden.
Aliase dauerhaft speichern
Um Aliase dauerhaft zu machen, fügst du sie in die Datei ~/.bashrc ein. Öffne die Datei mit einem Texteditor:
nano ~/.bashrc
Füge deine Aliase am Ende der Datei hinzu:
# Aliase
alias ll="ls -la"
alias myip="curl ipinfo.io/ip"
alias update="sudo apt update && sudo apt upgrade"
Speichere die Datei und lade sie neu:
source ~/.bashrc
Die Aliase stehen jetzt in jeder neuen Shell-Sitzung zur Verfügung.
Aliase in einer eigenen Datei verwalten
Bei vielen Aliasen lohnt es sich, diese in einer separaten Datei zu organisieren. Manche Distributionen wie Ubuntu nutzen dafür die Datei ~/.bash_aliases.
Erstelle die Datei und füge deine Aliase hinzu:
nano ~/.bash_aliases
Die ~/.bashrc lädt diese Datei automatisch, sofern sie existiert. Falls nicht, füge folgende Zeilen in die ~/.bashrc ein:
if [ -f ~/.bash_aliases ]; then
. ~/.bash_aliases
fi
Aliase mit Argumenten: Bash-Funktionen
Normale Aliase akzeptieren keine Argumente. Wenn du einen Alias mit variablen Werten brauchst, verwendest du stattdessen eine Bash-Funktion.
Die Syntax für eine Funktion:
funktionsname() {
BEFEHLE
}
Beispiel: Verzeichnis erstellen und wechseln
Diese Funktion erstellt ein Verzeichnis und wechselt direkt hinein:
mkcd() {
mkdir -p -- "$1"
cd -P -- "$1"
}
Füge die Funktion in die ~/.bashrc ein und lade sie mit source ~/.bashrc neu.
Jetzt kannst du ein neues Verzeichnis erstellen und sofort hineinwechseln:
mkcd projekte/neues-projekt
Parameter in Funktionen
Die übergebenen Argumente sind über $1, $2, $3 usw. erreichbar. $1 ist das erste Argument, $2 das zweite und so weiter.
Im obigen Beispiel steht $1 für den Verzeichnisnamen, den du beim Aufruf angibst.
Die Option -- verhindert, dass Verzeichnisnamen mit Bindestrich am Anfang als Befehlsoption interpretiert werden. Die Option -P bei cd löst symbolische Links auf und wechselt in das echte Verzeichnis.
Nützliche Alias-Beispiele
Hier sind einige praktische Aliase für den Alltag:
# Navigation
alias ..="cd .."
alias ...="cd ../.."
# Sicherheitsabfrage vor dem Löschen
alias rm="rm -i"
alias mv="mv -i"
alias cp="cp -i"
# Farbige Ausgabe
alias grep="grep --color=auto"
alias ls="ls --color=auto"
# Systemverwaltung (Debian/Ubuntu)
alias update="sudo apt update && sudo apt upgrade"
alias install="sudo apt install"
Bestehende Aliase anzeigen
Um alle definierten Aliase aufzulisten, gibst du alias ohne Argumente ein:
alias
Ein einzelner Alias lässt sich mit seinem Namen abfragen:
alias ll
Einen Alias entfernen
Mit unalias entfernst du einen Alias für die aktuelle Sitzung:
unalias ll
Um einen Alias dauerhaft zu entfernen, löschst du die entsprechende Zeile aus der ~/.bashrc oder ~/.bash_aliases.
Zusammenfassung
Aliase und Funktionen verkürzen wiederkehrende Befehle zu einfachen Abkürzungen. Für einfache Befehlsverkürzungen reicht ein Alias. Wenn du Argumente verarbeiten musst, verwendest du eine Bash-Funktion. Beide speicherst du in der ~/.bashrc oder ~/.bash_aliases, um sie dauerhaft verfügbar zu machen.